Kopfschmerzsprechstunde

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Volkskrankheit Migräne

Klinisches Bild der Migräne

Die Migräne ist eine idiopathische Erkrankung, die mit einer Prävalenz von ca. 10% (5% der männlichen und 15% der weiblichen Bevölkerung) weltweit auftritt. Gesichert ist eine genetische Veranlagung, die für einige besondere Formen der Migräne bereits bis hin zum Mutationsdefekt identifi ziert ist. Auf Grundlage dieser Veranlagung kommt es durch Trigger zu Attacken, bei denen Kopfschmerzen im Vordergrund stehen, die immer auch von vegetativen Symptomen begleitet sind und bei Einigen (ca. 10% der Fälle) auch mit fokalneurologischen Symptomen einhergehen (sogenannte Aura). Migräne ist insofern eine lebenslange Erkrankung, die aber den Schwerpunkt ihrer Manifestation zwischen dem 25. und dem 45. Lebensjahr hat.

Für die Diagnose der Migräne gibt es international verbindliche Kriterien, die von der International Headache Society 2004 in revidierter Fassung veröffentlicht worden sind. Auf Grundlage dieser Kriterien können über 95% aller Migränepatienten standardisiert korrekt diagnostiziert werden. Außerdem haben die Kriterien zu einer einheitlichen Sprachregelung und einer Vereinheitlichung der Forschung geführt. Die Kriterien für eine Migräne ohne Aura sind in Tabelle 1 dargestellt.

Die Diagnose einer typischen Migräne ohne Aura kann ausschließlich auf Grundlage einer ausführlichen Anamnese in Verbindung mit einer allgemeinmedizinischen
und einer neurologischen körperlichen Untersuchung gestellt werden.

Für eine genauere Differentialdiagnose und für den Therapieverlauf ist das Führen eines Kopfschmerzkalenders sinnvoll.

Bei atypischer Anamnese sowie bei einer Migräne mit Aura ist wenigstens eine fachärztlich-neurologische Untersuchung erforderlich. Bei einer typischen visuellen Aura reicht diese Untersuchung zur Diagnose aus, sonst sollte einmalig eine cerebrale Bildgebung mittels MRT erfolgen. Apparative Diagnostik zum Nachweis einer Migräne
existiert nicht.

Prinzipien der Therapie

In der modernen Migränetherapie kommen Methoden der medikamentösen Akuttherapie sowie der medikamentösen und nicht-medikamentösen Prophylaxe zur Anwendung. Während in den letzten 15 Jahren durch die Entwicklung von selektiven Serotonin-1B/D-Rezeptoragonisten (den sogenannten Triptanen) ein wesentlicher
Fortschritt in der Kupierung akuter Migräneattacken erzielt werden konnte, stützt sich die Prophylaxe weiterhin auf empirische Beobachtungen über die Wirksamkeit verschiedener Medikamente und anderer Maßnahmen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) publiziert regelmäßig evidenzbasierte Therapieempfehlungen zur Behandlung der Migräne (zuletzt im Jahr 2008).

Wir bieten Ihnen:

  • Ausführliche Analyse der persönlichen Situation
  • Medikationsanalyse
  • Individuelle Tipps zur Selbsthilfe
  • Information über mögliche Therapieoptionen

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